ZEFOG und „Forum Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ in der Metropolregion Rhein-Neckar

Alice Güntert: „Gemeinsam neue Angebote entwickeln“

Alice Güntert setzt sich bei der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die lebensphasenorientierte Personalpolitik. Für ihre Arbeit wurde sie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales als „Innovative Netzwerkkoordinatorin“ ausgezeichnet. Im Interview mit dem ZEFOG berichtet sie unter anderem vom „Kompetenztraining Demenz“. 

Berufstätige Angehörige von Menschen mit Demenz stehen im Alltag vor vielen Herausforderungen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege erheblich erschweren. Veränderte Verhaltensweisen, die Nichtannahme von Hilfen aber auch Unberechenbarkeit und der lange Verlauf der Erkrankung sind eine hohe Belastung für die Pflegenden. Viele nehmen ihre permanenten Sorgen mit zur Arbeit und schränken eigene Freizeitaktivitäten immer mehr ein. Das „Forum Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ sieht hier eine wichtige Aufgabe: Arbeitgeber können diese Beschäftigten mit dem neuen Kompetenztraining Demenz unterstützen. Dazu nimmt Alice Güntert im Interview Stellung:

In Deutschland wird vom Pflegenotstand gesprochen, es gibt immer weniger Personal. Sie arbeiten für die Regionalentwicklungsorganisation Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen hier vor Ort?

Alice Güntert: Die Pflege eines Angehörigen ist leider immer noch viel zu häufig ein Tabuthema. Beschäftigte trauen sich nicht – anders als bei der Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung – ihre private Situation gegenüber Vorgesetzten oder der Personalabteilung anzusprechen. Hier müssen Arbeitgeber den ersten Schritt machen und offen kommunizieren, dass Sie ihre Beschäftigten auch in dieser Lebensphase unterstützen können und möchten.

Weiter besteht Verbesserungsbedarf in der Transparenz der zur Verfügung stehenden Angebote. Unsere Region ist schon sehr gut aufgestellt, jedoch fehlen im Fall der Fälle oft die richtigen Informationen, wo Hilfsbedürftige bzw. deren Angehörige Unterstützung bekommen – z. B. in den Pflegestützpunkten – und dass diese auch präventiv hinzugezogen werden können.

Durch welche Maßnahmen und Angebote unterstützt das Forum Vereinbarkeit von Beruf und Familie gute Pflege in der Rhein-Neckar-Region?

Alice Güntert: Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist bereits seit einigen Jahren Schwerpunktthema unserer Arbeit. Entsprechend der Entwicklungen und des Bedarfs haben wir unsere Angebote für Arbeitgeber und deren Beschäftigten nach und nach erweitert.

Für Beschäftigte bieten wir das „Kompetenztraining Pflege“ an, eine modulare Schulung zu verschiedenen Themen, z. B. Recht und Finanzen.

Arbeitgeber können bei uns einen oder mehrere betriebliche Ansprechpartner zu „Pflege-Guides“ ausbilden lassen. Diese sind dann erste Anlaufstelle im Unternehmen, informieren zu gesetzlichen und betrieblichen Angeboten und Maßnahmen bzw. vermitteln an die zuständigen Stellen.

Kompakte Informationen vermittelt unser Praxisleitfaden „Pflegefall – Was nun?“, der kostenlos auf unserer Homepage zur Verfügung steht. Arbeitgeber haben die Möglichkeit, diesen mit Logo, Vorwort und ggf. eigenen Angeboten zu individualisieren und ihren Beschäftigten zur Verfügung zu stellen.

Unser jüngstes Angebot ist das „Kompetenztraining Demenz“, das Angehörigen notwendiges Fachwissen vermittelt und mit ihnen Ansätze nach der „Marte-Meo-Methode“ für alltägliche Situationen entwickelt.

Was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders am Herzen?

Alice Güntert: Menschen in Situationen zu unterstützen, in denen sie Schwierigkeiten haben, Arbeit und Familie unter einen Hut bekommen zu müssen und Arbeitgeber dazu ermutigen, mit dem Thema Pflege offen um- und auf ihre Beschäftigten zuzugehen. „Gemeinsam sind wir stärker“ ist das Credo und Erfolgsrezept der Zusammenarbeit in der Rhein-Neckar-Region. Hierzu bündeln die Institutionen Verband, Verein und GmbH, wo immer es möglich, nötig und sinnvoll ist, die in der Region vorhandenen Kräfte und stehen dabei für Regionalentwicklungsarbeit aus einem Guss.

Wo sehen Sie das größte gemeinsame Anliegen und die größte Chance in der Zusammenarbeit mit dem ZEFOG im Heinrich Pesch Haus?

Alice Güntert: Wir kooperieren schon seit einigen Jahren mit der Familienbildung im Heinrich-Pesch-Haus und freuen uns, dies nun auch auf das ZEFOG auszuweiten. Unsere Angebote ergänzen sich gegenseitig sehr gut und das ZEFOG-Team ist ein toller Partner für den Austausch und die Entwicklung neuer Angebote!

Bildquelle © : Metropolregion Rhein-Neckar

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