Aktuelles

Meid-Kappner Zefog

Treffen der Führungskräfte der St. Dominikus Stiftung 2021

Inneres Wachstum und Solidarität in herausfordernden Zeiten

Wie bewältigen wir Krisen? Wieso wachsen wir durch diese Erfahrung? Und können wir uns auch ohne Krisen persönlich weiterentwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Führungskräfte der St. Dominikus-Stiftung Speyer bei ihrem Treffen am 18. November, das erstmals online durchgeführt wurde. Diplom-Psychologen Markus Schmitt gab den Führungskräften Impulse für den Umgang mit Krisen im Allgemeinen wie der Corona-Krise im Besonderen.

Neben der Begegnung und dem Austausch der Führungskräfte der sieben Schulen, zwei Jugendhilfe-Einrichtungen, dem Hospiz und dem St. Marien- und Annastiftskrankenhaus der Stiftung steht jedes Mal ein Thema im Mittelpunkt des Treffens. Dieses Mal ging es – passend zur Pandemie – um die Bewältigung von Krisen und inneres Wachstum. Moderatorin Birgit Meid-Kappner, Leiterin des Zentrums für Ethik, Führung und Organisationsentwicklung im Gesundheitswesen (ZEFOG), hatte dafür den Diplom-Psychologen Markus Schmitt vom Eichenberg Institut in Koblenz als Referenten gewinnen können, der über das Thema „Inneres Wachstum und Solidarität in herausfordernden Zeiten“ sprach.

Schwester Gertrud Dahl OP, Vorstandsvorsitzende der St. Dominikus-Stiftung Speyer, begrüßte die Teilnehmenden und dankte allen für ihr großes Engagement seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. Die großen Herausforderungen seien gut bewältigt worden. Von Schmitts Vortrag erhoffte sie sich „Anregungen für unseren Auftrag und Stärkung in der großen Verantwortung in unseren Einrichtungen.“

Katrin Tönshoff, Geschäftsführerin der St. Dominikus-Stiftung Speyer, warb für die Beteiligung an einem Videoprojekt der Stiftung, das den dominikanischen Charakter der Stiftungs-Einrichtungen nach innen wie außen sichtbar machen soll.

Wie bewältigen Menschen Krisen?

In seinem Vortrag benannte Markus Schmitt zunächst zwei Wege, wie Menschen Herausforderungen und Krisen bewältigen: Da ist zum einen der Weg der Resilienz, der psychischen Widerstandskraft – der Mensch ist wie ein gut verwurzelter Baum, der sich ein wenig im Wind neigt. Zum anderen gibt es Menschen, die „hinfort gerissen werden vom Wind, die vielleicht ihre Wurzeln verlieren, die die Krise durch sich durchdringen lassen“. Diese Menschen versuchen die Botschaft zu verstehen, die in der Entwurzelung steckt, und wachsen mit der Herausforderung, die in der Krise steckt.

Eine besondere Bedeutung bei der Bewältigung von Krisen habe dabei die soziale Unterstützung, betonte er. „Das Abgründige des Lebens macht weniger mit unserer Gesundheit und unserem seelischen Leben als das, was die Gemeinschaft damit macht“. Neben der Solidarität sei auch der subjektive Grad an Ohnmacht und Hilflosigkeit entscheidend dafür, ob es posttraumatische Symptome gebe.

Fünf Gründe für posttraumatisches Wachstum

Warum führen Menschen auch nach Krisen ein glückliches und erfülltes Leben? Und warum sind sie oft glücklicher als Menschen, die keine Traumata zu bewältigen hatten? Anhand der Geschichte einer Tänzerin, die beide Beine verlor und später mit ihren Prothesen noch besser tanzen konnte als vorher, beantwortete der Psychologe diese Frage mit fünf Schritten zum posttraumatischen Wachstum. Diese gehen auf Forschungen vom R. Tedeschi und L. Calhoun zurück:

  1. Die Betroffenen vertiefen durch eine Krise ihre zwischenmenschlichen Beziehungen.
  2. Sie erkennen neue Möglichkeiten und Chancen in ihrem Leben.
  3. Sie finden zu neuer, innerer Stärke.
  4. Ihre Sicht auf die Welt wird tiefer, reflektierter und mitunter spiritueller.
  5. Sie werden bewusster und dankbarer für das Gute im Leben.

Für Traumatisierte sei es hoffnungsvoll zu merken, dass sie ein erfülltes Leben haben könnten, betonte Schmitt.

Aber, und das war ein positiv stimmendes Element in seinem Vortrag, es ist auch möglich, innerlich zu wachsen, ohne eine Krise durchleben zu müssen. „Eine mögliche Antwort ist die Achtsamkeit. Wenn wir im Alltag so achtsam sein können und die fünf Punkte von Tedeschi und Calhoun lebendig werden lassen können, würden wir das erlernen, was Traumatisierte erlernen, ohne eine Krise zu erleben“, erläuterte er. In der anschließenden Diskussion gab der Psychologe den Führungskräften noch Tipps zur Bewältigung der aktuellen Corona-Krise mit auf den Weg.

Die Situation in den Einrichtungen der Stiftung

Der Geschäftsführer der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH, Marcus Wiechmann, und Dr. Armin Altmeyer, Geschäftsführer der Gemeinnützige St. Dominikus Schulen GmbH, gaben abschließend Einblicke in Situation ihrer Einrichtungen während der Pandemie. Im Krankenhaus sei die Intensivstation „das Nadelöhr“, berichtete Wiechmann. „Keiner klatscht mehr, im Gegenteil, die Aggression von Patienten und Besuchern ist gestiegen“.

Beide Geschäftsführer berichteten, dass die ständig wechselnden Maßnahmen und Vorschriften den Arbeitsalltag belasten. Und Armin Altmeyer räumte ein, dass die meisten Schulen generell auf den Digitalunterricht während des Lockdowns zunächst nicht vorbereitet gewesen wären, was sich aber heute anders darstelle. „Die Schulen freuen sich, neben den digitalen Fortschritten wieder in Präsenz unterrichten zu können.“

Die Führungskräfte zeigten sich am Ende des Treffens sehr zufrieden mit der ersten Online-Veranstaltung– konnten sie doch von Markus Schmitt wertvolle Tipps für den Berufsalltag mitnehmen und gleichzeitig durch die Berichte der Geschäftsführer Einblicke in die Situation der einzelnen Einrichtungen bekommen.

Das ZEFOG im Heinrich Pesch Haus – das Zentrum für Ethik, Führung und Organisationsentwicklung im Gesundheitswesen – bietet unter anderem Führungsseminare und Beratung zur Organisationsentwicklung an. Zusammen mit dem ZIP – dem Zentrum für Ignatianische Pädagogik – begleitet es seit Jahren schon die Einrichtungen der Gemeinnützigen St. Dominikus Schulen GmbH und der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe GmbH. (ako)

Frauensalon

Authentisch führen und erfolgreich sein - Online-Veranstaltung am 22. November um 19 Uhr

Der erste Frauensalon im Heinrich Pesch Haus steht vor der Tür

Zum Frauensalon

Wir finden, es ist an der Zeit, Frauen mit Führungsverantwortung und Frauen auf ihrem Weg dorthin einen Raum für Inspiration und Austausch zu bieten. Die Salonkultur hat eine lange Tradition und bewegte sich bereits in ihren Anfängen zwischen Hochkultur und Wohnzimmer. Austausch stand im Mittelpunkt und so soll es auch bei unserem Salon sein. Lesen Sie mehr »

Vortragsreihe im Heinrich Pesch Haus

Glück und Lebenssinn

Was macht uns glücklich im Leben? Nicht nur ein wenig, sondern zutiefst im Inneren? Mit vier Vorträgen aus unterschiedlicher Perspektive nähert sich das Heinrich Pesch Haus dieser Frage. Die Veranstaltungsreihe „Glück und Lebenssinn“ startet am 15. November. Lesen Sie mehr »

Vier Expertinnen aus Pflege, Medizin und Forschung laden zum Austausch ein

Frauen und Gesundheit – WebTalk-Reihe von Oktober bis Januar

Von Oktober bis Januar 2022 laden wir einmal im Monat zur WebTalk-Reihe “Frauen und Gesundheit” ein. Vier Expertinnen aus Medizin, Pflege und Forschung sprechen über Themen wie geschlechtersensible Medizin, Chancengleichheit in der Pflege und die Rolle von Frauen für die Zukunftsfähigkeit von Medizin. Lesen Sie mehr »

Ethikberater

Follow-Up für Ethikberater*innen aus der ambulanten und stationären Medizin und Pflege

Ethische Fragestellungen bei herausforderndem Verhalten

Am 17. November 2021 lädt das ZEFOG im Ludwigshafener Heinrich Pesch Haus Ethikberater*innen aus der ambulanten und stationären Medizin und Pflege von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr zu einem Follow-Up ein. Im Mittelpunkt stehen ethische Fragestellungen bei herausforderndem Verhalten. Lesen Sie mehr »

Ab Montag, 7. Juni, öffnen das Heinrich Pesch Haus und Heinrich Pesch Hotel wieder ihre Türen

Wir haben wieder für Sie geöffnet!

Liebe Gäste, Freundinnen und Freunde unseres Hauses,
wir freuen uns sehr, dass wir das Heinrich Pesch Haus und Heinrich Pesch Hotel wieder öffnen dürfen! Seit Montag, 7. Juni, sind wir wieder für Sie da. Lesen Sie mehr »

Unterbrechung am Mittag

Ein Focusing-basiertes Angebot für Frauen

Unterbrechen am Mittag: Freiraum entfalten

Eine Auszeit am Mittag, nur für Frauen – das bietet das Heinrich Pesch Haus ab sofort bis zu den Sommerferien an. Die Online-Veranstaltung findet donnerstags von 12 Uhr bis 12.30 Uhr statt und beginnt am 20. Mai. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Lesen Sie mehr »

Umwelt- und Klimaschutz als Sorge um den Planeten – und um uns selbst

Der Patient Erde ist schwerkrank

„Der Patient Erde ist krank“ – so eine Diagnose des norwegischen Sozialmediziners Per Fugelli bereits 1993. Der Zustand des Patienten hat sich seitdem verschlimmert: Viele Symptome sprechen dafür, dass er schwerkrank ist. Dr. Thomas Steinforth hat dazu ein Essay im Online-Magazin “Sinn und Gesellschaft” geschrieben. Lesen Sie mehr »

Neue WebTalk-Reihe startet am 14. April

Patient Gesundheitswesen?!

Wo liegen die Stärken und Schwächen unseres Gesundheitswesens? Wie sollte es weiterentwickelt werden? Diesen Fragen geht die neue WebTalk-Reihe “Patient Gesundheitswesen?!” im Heinrich Pesch Haus an vier Abenden im April und Mai nach. Lesen Sie mehr »

Ein Blick auf die Lebenswirklichkeiten von Frauen und Gestaltungspotentiale

Was macht Corona mit Frauen?

 

Die Lebenswirklichkeit von Frauen in der Corona-Pandemie steht im Mittelpunkt der Veranstaltung zum Weltfrauentag am Dienstag, 9. März. Wie gehen wir mit der Situation um? Und welche Gestaltungspotentiale gibt es? Lesen Sie mehr »

  • Aktuelles

    Zur Lage der Akademie und des Tagungshauses: Wir freuen uns, Sie bei unseren Veranstaltungen persönlich begrüßen zu dürfen. Bitte informieren Sie sich hier, welche Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen für die einzelnen Veranstaltungen bestehen. Weiterhin finden ausgewählte Veranstaltungen digital statt.
    Frauensalon: Im März 2022 öffnet unser Frauensalon zum dritten Mal seine Online-Tore. Wir informieren Sie hier bald über Datum und Thema.
    Neues Angebot für Frauen: Unterbrechen am Mittag - Freiraum entfalten. Jeden Donnerstag laden Ulrike Gentner und Julia Haardt Frauen zu einer Auszeit am Mittag von 12 Uhr bis 12:30 Uhr ein. >> mehr erfahren
    Bereits zum vierten Mal in Folge ist das Heinrich Pesch Hotel jetzt vom KodexGuide.de (Deutscher Fachverlag GmbH) als empfehlenswertes Seminarhotel für Veranstaltungen der Pharma- und Medizintechnikbranche ausgezeichnet worden. >>mehr erfahren
    Hintergründe und Berichte über unsere Fortbildungen und Veranstaltungen lesen Sie auf der Seite „Einblicke“.  
     
  • Newsletter

    Unser Newsletter informiert Sie über neue Projekte und Veranstaltungen des ZEFOG.  Hier finden Sie die früheren Ausgaben unseres Newsletters und die Möglichkeit, sich anzumelden. >> mehr erfahren
  • Kontakt

    zefog_logo_kontakt ZEFOG
    im Heinrich Pesch Haus
    Frankenthaler Straße 229
    67059 Ludwigshafen
    Telefon: +49 621 5999-0
    Telefax: +49 621 517225
    E-Mail: info@zefog.de
    Internet: www.zefog.de