Leitungsworkshop im Rahmen des Projektes „Einfüh-rung von Hospizkultur in Einrichtungen der CBS Caritas Betriebsträgergesellschaft mbH Speyer“

Damit Sterben gelingen kann

„Jeder stirbt nur einmal – wir müssen es gut begleiten.“ Geleitet von diesem Motto befassten sich am 28. und 29. November 2019 leitende Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen der Caritas Speyer mit dem Thema Hospizkultur.

Das eigene Sterben

„Haben Sie sich schon einmal ernsthafte Gedanken zu Ihrem eigenen Sterben gemacht?“, fragte Susanne Kränzle die rund 30 Teilnehmenden. Die gelernte Kinderkrankenschwester, Palliative Care- und Hospizfachkraft und Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverbands Baden-Württemberg lud die Altenpflege-Fachkräfte ein, für sich persönlich zu überlegen, wo und wie jeder sterben möchte. „Was sind Ihre Bedürfnisse und Wünsche, wenn Sie an die Zeit Ihres Sterbens denken? Und was befürchten Sie, was belastet Sie, was ängstigt Sie?“, lauteten die weiteren Fragen.

Altenhilfe ist kein Hospiz

Hospizkultur ist in den Caritas-Pflegeeinrichtungen ein präsentes und wichtiges Thema. Wichtig sei dabei, so Susanne Kränzle, dass Altenhilfe kein Hospiz sei und es auch nicht sein könne. „Hospizkultur muss dahin, wo die Menschen sterben: in die Altenpflegeeinrichtungen und auch in die ambulante Pflege“, betonte sie.

Sterben und Tod sind ständige Begleiter

In den teilnehmenden Einrichtungen ist der Umgang mit Sterben und Tod ein ständiges Thema. Um Ideen zu entwickeln, wie die Menschen besser auf ihrem letzten Weg begleitet werden können, veranstaltete Susanne Kränzle am Nachmittag eine Zukunftswerkstatt.

Utopien zur Pflege

Der Auftrag: Wir schreiben das Jahr 2033. Sie alle, die Sie heute hier sind, haben als hospizlich-palliativsorgende Einrichtungen den bedeutendsten Preis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhalten, den World Care Avard, für Ihren Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen in den Einrichtungen der CBS Speyer. HERZLICHEN GLÜCK-WUNSCH!!! Die Teilnehmenden sollten rückblickend schauen, was sich seit dem Tag dieser Veranstaltung geändert haben müsste, damit Ihre Einrichtung preiswürdig werden konnte. Die Ergebnisse der Kleingruppenarbeiten dazu waren beeindruckend.

Für eine gute Hospizkultur

Am Tag zwei stand vormittags eine Projektumweltanalyse mit Professor Klaus Wegleiter auf dem Programm. Wegleiter arbeitet an der Abteilung für Palliative Care und Organisationsethik am Institut für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie der Fakultät für Katholische Theologie an der Karl-Franzens-Universität Graz. Gemeinsam mit Professor Wegleiter schauten die Teilnehmenden der einzelnen Einrichtungen, welche Partner es in ihrem Umfeld gibt, die infür eine gute Hospizkultur relevant sind. „Das können zum Beispiel Ehrenamtliche, Bestatter, Geistliche, Krankenhäuser, Hausärzte, die SAPV und gesetzliche Betreuer sein“, erläutert Birgit Meid-Kappner, Leitung Fachbereich Führung und Organisationsentwicklung im ZEFOG.

Moral Distress

Außerdem diskutierten die Fachkräfte zusammen mit Klaus Wegleiter über Moral Distress. „Mitarbeitende in der Pflege sind oft gestresst, weil es eine Differenz gibt zwischen ihrem Anspruch, wie sie pflegen wollen und tatsächlich können,“, erklärt Birgit Meid-Kappner. Das verursache inneren Stress. Auch Unsicherheiten in der Pflege, etwa wie eine gute Schmerztherapie aussehen solle oder mit man Menschen mit Demenz gut begleite, sind Stressauslöser. In der Diskussion wurden Ressourcen besprochen, um diesen Stressfaktoren zu begegnen. Das könnten zum Beispiel der Einsatz von Ehrenamtlichen oder eine gute Qualifizierung der Mitarbeitenden sein.

Projekt Hospizkultur

Der Führungskräfteworkshop war eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts Hospizkultur in den stationären Einrichtungen der Caritas Betriebsträgergesellschaft Speyer. Das Projekt läuft seit 2017 und wird von Regina Bernhart, zuständig für stationäre Altenhilfe, und Annette Nikola-Imhof, Geschäftsführerin der der Ökumenischen Hospizhilfe Pfalz/Saarpfalz, geleitet. Die Caritas Betriebsträgergesellschaft Speyer hat das Projekt Hospizkultur in seinen stationären Einrichtungen eingeführt, um Kenntnisse, Haltungen und Rahmenbedingungen rund um das Thema Sterben und Tod weiter zu entwickeln und nachhaltig im Alltag zu implementieren. Dazu werden viele Mitarbeitende geschult. Das ZEFOG im Heinrich Pesch Haus begleitet das Projekt in zwei Steuerungsgruppen.

Qualifizierungen 2020

Die Qualifizierungen für Mitarbeitende gehen 2020 weiter. Zusätzlich zu den Basiskursen und den Seelsorgefortbildungen wird ein Kurs zur professionellen Kommunikation mit Angehörigen in der stationären Pflege angeboten. Denn auch sie sind häufig belastet und wollen als Personen mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen werden.

  • Aktuelles

    Zur Lage der Akademie und des Tagungshauses: HPH wieder geöffnet - Ab 18. Mai laden wir wieder zu Veranstaltungen ein – Online-Angebote werden ausgebaut. >> mehr erfahren
    Der nächste Vortrag in der Reihe "Im Angesicht der Ewigkeit" findet am 27. Oktober statt. Miriam Ohl, Krankenschwester und Leiterin des Bildungswerks Hospiz Elias spricht über das Thema "Was Sterbende von uns brauchen". Am 26. November spricht die Kinder- und Familientrauerbegleiterin Stephanie Witt-Loers über das Thema "Wie Kinder Verlust erleben und wie wir sie hilfreich begleiten können". >> mehr erfahren
    Die Termine für die nächste Qualifizierung zum/r „Ethikberater/in im Gesundheitswesen“ stehen fest. Der vier Module umfassende Kurs beginnt am 21. September 2020.  Er richtet sich an Mitarbeitende aus Einrichtungen der Altenhilfe, Krankenhäusern, Hospizen und ambulanten Pflegediensten. Informationen zu Zielen, Inhalten und Terminen des Kurses finden Sie hier.
    Bereits zum vierten Mal in Folge ist das Heinrich Pesch Hotel jetzt vom KodexGuide.de (Deutscher Fachverlag GmbH) als empfehlenswertes Seminarhotel für Veranstaltungen der Pharma- und Medizintechnikbranche ausgezeichnet worden. >>mehr erfahren
    Hintergründe und Berichte über unsere Fortbildungen und Veranstaltungen lesen Sie auf der Seite „Einblicke“.  
     
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