Interview mit Bernd Strohmaier, Diplom-Pädagoge, Diakon und zefog-Referent

„Hospizarbeit ist mein Lebensthema“

Bernd Strohmaier ist Diplom-Pädagoge und Diakon. Im zefog im Heinrich Pesch Haus ist er oft dann als Dozent gefragt, wenn es um Themen wie Hospizkultur oder Bestärkung von Menschen in der Begleitung von Sterbenden geht. Kein Wunder: „Hospizarbeit ist mein Lebensthema geworden“, sagt er. Im Interview berichtet er, was dahinter steckt.

Was bedeutet „Lebensthema Hospizarbeit“ für Sie?

„Als Diplom-Pädagoge und Diakon war ich viele Jahre mit der Seelsorge in Krankenhäusern betraut. Die Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen hat mir gezeigt, dass es geschützte Räume braucht, in denen Menschen  gut begleitet und gepflegt das letzte Wegstück ihres Lebens gehen können.
Gute Versorgung und Pflege sowie schmerztherapeutische Behandlung sind ebenso wichtig wie liebevolle Nähe, Vertrautheit und Spiritualität.

Aus diesem Grundanliegen heraus habe ich in Friedrichshafen eine Hospizbewegung gegründet und an der Errichtung eines stationären Hospizes mitgewirkt. Die Würde des Menschen – von Beginn an bis zum Tod – hat mich auch veranlasst, ebenfalls in Friedrichshafen ein Grabfeld für frühverstorbene Kinder (in der Schwangerschaft) einzurichten.

Wie gehen Sie konkret mit diesem Thema um?

Ich begleite seelsorgerlich Menschen in Abschieds- und Trauersituationen. Darüber hinaus ist es mir ein persönliches Anliegen, in Veranstaltungen oder Seminaren den Gedanken der Hospizbewegung zu vermitteln und weiterzugeben.

Um „ Hospizkultur“ zu leben und zu pflegen, braucht es meines Erachtens Menschen, Orte und Veranstaltungen. Vor allem braucht es die Bereitschaft, sich auf die Thematik des Lebens und Sterbens einzulassen und offen damit umzugehen.

Was fehlt am meisten in der Hospizarbeit? – Ideell und materiell?

Es fehlen stationäre Hospizplätze, da immer mehr Menschen Orte brauchen, um gut begleitet auf ihren Tod zugehen zu können. Die Krankenhäuser mit Fallpauschalen und immer schnellerer Taktung können dies nur bedingt leisten. Und viele Angehörige sind überfordert, sterbende Menschen im häuslichen Milieu zu begleiten.

Ganz wichtig ist es auch, dass der Hospizgedanke in den stationären Einrichtungen der Altenpflege umgesetzt wird.

Ein sehr wichtiger und hervorragender Ansatz ist in der Arbeit der Palliativnetze zu sehen.  Hierbei werden sterbende Menschen und ihre Angehörigen fachlich sehr gut begleitet und unterstützt.

In diesem Sinne ist auch der zweite rheinland-pfälzische Hospiz- und Palliativtag am Mittwoch, 06.06.2018, geplant. Er dient der Vernetzung in der Hospiz- und Palliativarbeit und richtet sich an Ehrenamtliche und Professionelle in der Hospiz- und Palliativarbeit, in der Alten- und Eingliederungshilfe, in Krankenhäusern und auch an niedergelassene Ärzte sowie ambulante und stationäre Pflegeanbieter.

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