Für ein würdevolles Sterben in Krankenhäusern und Altenhilfeeinrichtungen

„Palliativ bedeutet umsorgend“

Was können Mitarbeitende in Krankenhäusern und Altenhilfeeinrichtungen tun, um auf die Bedürfnisse sterbender Menschen und ihrer Angehörigen angemessen einzugehen? Das war eine der zentralen Fragen bei einem Workshop des ZEFOG mit Markus Sasse. Rund 20 Mitarbeitende aus stationären und ambulanten Einrichtungen der Kranken- und Altenhilfe suchten Anregungen und Hilfestellungen für dieses sensible Thema.

Der Referent Markus Sasse, Pflegedienstleiter eines Seniorenheims, der auch als Dozent, Unternehmensberater und freier Mitarbeiter des Institutes für palliative und gerontopsychiatrische Intervention tätig ist, bot ihnen jedoch keine fertigen Lösungen an, sondern erarbeitete mit ihnen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten und -schritte.

Zunächst erinnerte Sasse an den Ursprung des Begriffs „palliativ“: „Pallium – der Mantel bedeutet eigentlich ummantelnd, also umsorgend“, rief er den Fachkräften ins Gedächtnis. Und damit ist für ihn auch klar, wann palliative Arbeit im Altenheim beginnt: bereits bei der Aufnahme. Nach vier bis sechs Wochen, so seine Erfahrung, ist es hilfreich, das Gespräch mit dem Bewohner oder den Angehörigen zu suchen und mit ihnen auch über Tod und Sterben zu sprechen.  Natürlich kennt er die Angst der Menschen und den Wunsch, dieses Thema zu verdrängen. Aber: „Ein Großteil ist dankbar dafür“, ist Sasse überzeugt.

In seiner Einrichtung wurde eigens ein Gesprächsleitfaden entwickelt, der Teil einer individuellen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist. Aus Sicht des Referenten beinhaltet palliative Versorgung das Vorbeugen und Lindern von Leiden, nicht die Therapie; und sie berührt die körperliche und seelische, aber auch die spirituelle oder religiöse Dimension. „Wir wollen den Menschen ermöglichen, lange am aktiven Leben teilzunehmen und stehen auch den Familien bei – auch noch nach dem Tod eines Bewohners“, so Sasse.

Die Teilnehmenden zeigten sich dankbar dafür, dass sie ihre persönlichen Erlebnisse im Umgang mit sterbenden Menschen und deren Angehörigen offen schildern, von den Erfahrungen der anderen lernen und ihre eigenen Herangehensweisen so reflektieren konnten. Positiv wirkte sich zudem aus, dass sie aus vielen verschiedenen Berufsgruppen – Kranken- und Altenpflege, Sozialdienst und Klinikseelsorge – stammten.

Sasse betonte, dass alle Berufsgruppen einer Einrichtung mit dem palliativen Konzept berücksichtigt und vertraut sein müssten. Denn sie alle gemeinsam schaffen und gestalten die Rahmenbedingungen, innerhalb derer ein würdevolles Sterben möglich ist.

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