Qualifizierung Ethikberater/in im Gesundheitswesen für Psychologinnen und Psychologen

Psychologen mit dem „ethischen Hut“

In Krankenhäusern, Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe und Hospizen sollen Ethikkomitees helfen, komplexe Fragestellungen zu klären: Es geht um die Fortsetzung oder den Abbruch von Therapiemaßnahmen, die Auslegung des Patientenwillens oder auch um Wertkonflikte angesichts ökonomischer Herausforderungen. In diesen Komitees können und sollen möglichst auch Palliativpsychologinnen und Palliativpsychologen vertreten sein. Doch sie geraten in der Ethikberatung nicht selten an ihre Grenzen.

Jan Gramm vom Institut für Palliativpsychologie bringt ihre Schwierigkeit auf einen kurzen Nenner: „Psychologen sind in ihrem beruflichen Alltag häufig in einer Vermittlerrolle tätig, sie beraten und begleiten Familien und Patienten. In der Ethikberatung müssen sie aber einen „ethischen Hut“ aufsetzen und in eine andere Rolle schlüpfen.“

Gemeinsam mit Dr. Timo Sauer, Trainer für Ethikberatung im Gesundheitswesen, leitet der Psychologe Gramm zurzeit die Qualifizierung Ethikberater/in im Gesundheitswesen für Psychologinnen und Psychologen. Wie bei den anderen Berufsgruppen, die sich im zefog zum Ethikberater qualifizieren können, besteht das Curriculum aus vier mal zwei Tagen. Auch die Inhalte sind vergleichbar, aber in einzelnen Punkten speziell auf den Kreis der Teilnehmenden zugeschnitten.

Im ersten Modul wurden die Grundlagen der Ethik und Modelle der Ethikberatung vermittelt sowie die Aufgaben eines Ethik-Komitees und Kontexte der Ethikberatung thematisiert. Im zweiten Modul ging es um Abwägungskonflikte und somit um die Vertiefung der ethischen Prinzipien, im dritten Modul dann um rechtliche Fragen der Ethikberatung. In den Modulen zwei bis vier stand auch die praktische Fallberatung im Fokus.

„Psychologen bringen in die Fallberatung schon sehr viel Kompetenz im Hinblick auf Kommunikation und Gesprächsführung mit“, betont Jan Gramm. „Allerdings müssen sie lernen, dass es in diesem Gesprächen nicht um Gefühle geht, sondern um das Normative“, fügt Timo Sauer hinzu. Deshalb vermittelt die Qualifizierung ihnen Grundwissen über die ethische Reflexion und damit das Rüstzeug für ihre Aufgabe in Ethikkomitees. Zudem lenkt sie den Blick auf die eigene Rolle als Berater mit dieser „anderen ethischen Perspektive“.

  • Aktuelles

    In Ethikkomitees können und sollen möglichst auch Palliativpsychologinnen und Palliativpsychologen vertreten sein. Im zefog werden sie für diese Aufgabe als Ethikberater/In qualifiziert. >> Mehr lesen
    Menschen mit geistiger Behinderung palliativ pflegen und begleiten stellt eine besondere Herausforderung dar. In der Tagesveranstaltung am Dienstag, 11.06.2019, mit Stephan Kostrzewa geht es darum, wie eine praxisnahe Palliative Care aussehen kann.
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