Einblick in die Kurse Ethikberater und Gesprächsbegleiter*innen für die gesundheitliche Vorsorgeplanung für das Lebensende

Qualifizierungen, die fortgeführt werden

Das behandelnde Team auf einer Intensivstation hat die Frage zu klären, ob die Therapie einer Intensivpatientin abgebrochen werden soll. Denn die Bedingungen für einen Therapieabbruch sind durch eine vorliegende Patientenverfügung nicht eindeutig. Während der behandelnde Arzt eine Fortsetzung der Therapie wünscht, interpretieren die Pflegenden und der Anästhesist die Patientenverfügung so, dass die Patientin unter diesen Umständen nicht mehr hätte leben wollen. Dieses Beispiel ist häufig anzutreffen in Krankenhäusern und damit Inhalt einer ethischen Fallbesprechung. Es war auch ein Beispiel für Kleingruppenarbeit in der Qualifizierung zum/r Ethikberater/in im Gesundheitswesen im zefog.

Bereits zum sechsten Mal haben sich Mitarbeitende verschiedener Einrichtungen des Gesundheitswesens auf den Weg  zu dieser Qualifizierung gemacht. Die Teilnehmenden aus den Bereichen Hospiz, Krankenhaus und Altenhilfe erhielten zunächst eine Einführung in die Grundlagen der Ethik, diskutierten erste ethische Fragestellungen und lernten das Verfahren der Ethikberatung kennen. In Kleingruppen erarbeiteten sie dann unterschiedliche Besprechungsstrukturen  und verglichen deren Vor- und Nachteile. Am Ende simulierten die Teilnehmenden in verschiedenen Rollen die eingangs beschriebene Ethikfallberatung.

Im kommenden Jahr werden wir die Qualifizierung wieder anbieten. Weitere Informationen finden Sie hier.

Spezieller Kurs für (Palliativ-)Psychologen

Zudem hat erstmals gemeinsam mit dem Institut für Palliativpsychologie ein Ethikberater-Kurs speziell für (Palliativ-)psychologen begonnen. Hier ist spannend zu beobachten, wie sich besonders für die Psychologen die Rolle als Ethikberater*innen gestaltet. Schon von Berufs wegen messen sie der Kommunikation und Beratung einen anderen Stellenwert beimessen als beispielsweise Ärzte und Pflegende. In ihrer Rolle als Ethikberater*in müssen sie ihren Fokus jedoch sehr viel stärker auf den ethischen Konflikt legen und auf die „Denklogik“; die hier der Klärung dieses Konfliktes liegt.

Im  weiteren Kursverlauf werden die Teilnehmenden daher auch darüber diskutieren, wie sich die „Interventionstiefe“ bei einer Ethikberatung beschreiben lässt.

Follow-up mit Fokus auf die soziale Praxis

Auch nach Abschluss einer Qualifizierung bedarf es der regelmäßigen (jährlichen) Fortbildung im Bereich der Ethikberatung. Am Dienstag, 11.12.2018, besteht noch einmal die Möglichkeit, bestehendes Wissen zu aktualisieren bzw. zu erweitern. Gemeinsam mit dem Care-Ethiker Prof. Frans Vosman aus den Niederlanden besteht die Möglichkeit, sich Fällen aus sozialen Arbeitsfeldern zu nähern. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Ausgestaltung des Fürsorgeprinzips gelegt.

In Einrichtungen sozialer Praxis, wie z.B. Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Unterkünften für obdachlose Menschen, Einrichtungen der Jugendhilfe oder auch der Altenhilfe als Wohn- und Lebensort von Menschen, treten ethische Fragestellungen auf, die nicht nur den medizinischen und pflegerischen Bereich betreffen.

Das Modell der Ethikberatung für die Erarbeitung ethischer Empfehlungen bei medizinischen oder pflegefachlichen Entscheidungen trifft in solchen sozialen Arbeitsfeldern auf andere Bedingungen. Die Herangehensweise, die Bearbeitung und auch die ethischen Fragestellungen selbst können sich dadurch teilweise erheblich vom klinischen Kontext unterscheiden. Das zu betrachten, ist sehr spannend.

Es sind noch Plätze frei. Weitere Informationen finden Sie hier.

Gesprächsbegleiter*innen für die gesundheitliche Vorsorgeplanung für das Lebensende (§ 132g)

Ende September ist mit 12 Teilnehmenden ein weiterer Kurs zum Thema „Gesprächsbegleiter/in für die gesundheitliche Vorsorgeplanung für die letzte Lebensphase (§132g, SGB V) gestartet. Die Referentinnen und Referenten gingen auf (palliativ-) medizinische  und –pflegerische Szenarien ein, die in der Erörterung einer Patientenverfügung relevant werden können. Zudem reflektierten die Teilnehmenden auch ihre eigenen Vorstellungen über „gelingendes Sterben“ und übten Gesprächseinstiege in Form von Simulationen. Die insgesamt 48 Lehreinheiten umfassende Ausbildung berechtigt die Gesprächsbegleiter/-innen, den Bewohnerinnen der Alten- und Eingliederungshilfe ein Gesprächsangebot für die letzte Lebensphase zu unterbreiten, das die Einrichtung mit der Gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen kann.

Auch diesen Kurs werden wir im Frühjahr 2019 wieder anbieten. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Aktuelles

    Auch nach Abschluss einer Qualifizierung zum / zur Ethikberater*in bedarf es der regelmäßigen Fortbildung. Am Dienstag, 11.12.2018, besteht dazu die Möglichkeit: Im Follow-up geht es um ethische Fragestellungen in Einrichtungen sozialer Praxis, wie z.B. Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Unterkünften für obdachlose Menschen, Einrichtungen der Jugend- oder der Altenhilfe.
    Seit der Fusion von Diakonissenkrankenhaus und  St. Vincentius-Kliniken zu den  ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe kommen regelmäßig  Führungskräfte ins Heinrich Pesch Haus. Über das Seminar „Führungsverständnis, Führungsrolle, Führungsinstrumente“ berichten wir auf der Seite „Einblicke“.
    Hintergründe und Berichte über unsere Fortbildungen und Veranstaltungen lesen Sie auf der Seite „Einblicke“.  
     
  • Die Ludwigshafener Ethische Rundschau

    Ludwigshafener-Ethische-Rundschau Wir bringen kluge Köpfe zusammen – und Thesen und Themen auf den Punkt. Die Ludwigshafener Ethische Rundschau hält Sie bei ethischen Fragestellungen im Gesundheitssektor auf dem Laufenden. Die zweite Ausgabe zum Schwerpunkt: "Ökonomisierung in der Pflege" für 2018 ist jetzt erschienen.  Hier erfahren Sie mehr.  
  • Newsletter

    Unser Newsletter informiert Sie über neue Projekte und Veranstaltungen des ZEFOG.  Hier finden Sie die früheren Ausgaben unseres Newsletters und die Möglichkeit, sich anzumelden. >> mehr erfahren
  • Kontakt

    zefog_logo_kontakt ZEFOG
    im Heinrich Pesch Haus
    Frankenthaler Straße 229
    67059 Ludwigshafen
    Telefon: +49 621 5999-0
    Telefax: +49 621 517225
    E-Mail: info@zefog.de
    Internet: www.zefog.de