Intensive Tage zu Fragen um Leben, Sterben und Tod für Mitarbeitende in Altenhilfeeinrichtungen

„Sorge, so gut du kannst!“

„Sorge, so gut Du kannst!“ – So war die dreitägige Basisfortbildung für Mitarbeitende in Altenhilfeeinrichtungen überschrieben. Sie ist Teil des Pilotprojektes „Hospizkultur in Einrichtungen der CBS Speyer“.

Während des Seminars hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über persönliche Einstellungen zu Glauben, Spiritualität und den Fragen um Leben, Sterben und Tod auszutauschen. Referent für den ersten und dritten Tag war Bernd Strohmaier, Diplom-Pädagoge und Diakon, für den die Hospizarbeit nach eigenem Bekunden zu einem „Lebensthema geworden“ ist. Sein Anliegen war es zunächst, die Teilnehmenden ins Gespräch und den Austausch zu existenziellen Fragen  über ihre eigene Person, ihre Bedürfnisse, Ansichten und Grenzen zu bringen.

Fachliche Impulse und persönliche Fragen

Für den Referenten und die Teilnehmenden war es wichtig, sich dabei auch mit strukturellen Rahmenbedingungen für die Implementierung von Hospizkultur in Einrichtungen der Altenpflege zu befassen. Das Anliegen der Teilnehmenden verdichtete sich in der Frage, wie eine gute Begleitung sterbender Menschen in den Bedingungen stationärer Altenhilfe des Caritas-Verbands für die Diözese Speyer zu gewährleisten und zu sichern ist.

Als Gelegenheit zur „Auffrischung“ palliativpflegerischer Fachkenntnisse, wie z.B. Schmerzmanagement sowie Ernährung und Flüssigkeit am Lebensende war der zweite Tag mit  Kerstin Gieser, M. Sc. Health Care Management, Pflegedienstleitung, gedacht. Neben theoretischen und fachlichen Impulsen und Informationen vermittelte sie den Teilnehmenden auch viele praktische Anregungen und verknüpfte Fachwissen sehr stimmig mit persönlichen Aspekten.

Der dritte Tag beschäftigte sich mit der Trauerarbeit, dem Umgang mit Trauer, dem Wissen um den Verlauf von Trauerprozessen sowie dem Thema „Grenzen erfahren und Grenzen setzen“. Sehr gut aufgenommen wurde von den Teilnehmenden der anschließende Besuch auf dem Mannheimer Hauptfriedhof. Bei der sehr privaten und kompetenten Führung durch die Anlage wurde deutlich, welcher Wandel sich in der Trauer -und Bestattungskultur vollzieht und wie wichtig Trauersymbole für den  Prozess der Verarbeitung sind.

Sehr intensive Tage

Die Inhalte der Drei-Tages-Veranstaltung waren somit nach Ansicht von Bernd Strohmaier  gut aufeinander abgestimmt:  „Ich habe die Tage als sehr intensiv und gut erlebt“, sagt er. Die Teilnehmer waren motiviert und engagiert. Eigene Erfahrungen zu dem sensiblen Thema „Abschied, Sterben, Tod“ konnten geteilt und bearbeitet werden, so dass auch das Anliegen „Hospizkultur“ angemessen Raum fand.

Vor diesem dreitätigen Basisseminar hatte das zefog bereits das Seminar „Was braucht eigentlich meine Seele?“ angeboten. Denn die Begleitung (schwer-)kranker und sterbender Menschen und ihrer An- und Zugehörigen kostet sehr oft viel Kraft und Energie. „Da ist es mehr als legitim, wenn Sie sich auch über Selbst-Sorge Gedanken machen“, so Strohmaier.

All diese Veranstaltungen sind Teil des Projekts „Hospizkultur“,  in dem seit einem guten Jahr der Caritasverband für die Diözese Speyer mit seinen Mitarbeitenden der CBS-Einrichtungen die Hospizkultur in den Einrichtungen weiter entwickeln und nachhaltig implementieren möchte.

Fünf Einrichtungen fungieren dabei als Piloteinrichtungen für das Projekt. Dabei ist es den Leitungskräften der Piloteinrichtungen wichtig, möglichst alle Kolleginnen und Kollegen einzubeziehen. Denn eine Haltungsentwicklung der Einzelnen soll dann in der Summe zu einer nachhaltigen Organisationsentwicklung führen.