ZEFOG-Seminar über zusätzliche Herausforderungen am Lebensende

Trauma oder Demenz?!

Der Umgang mit Menschen im Sterben ist eine typisch ethische Fragestellung. Erfahrungen wie Grausamkeiten eines Krieges, von Flucht oder Verfolgung stellen dabei eine zusätzliche Herausforderung dar. Denn nicht selten geschieht es, dass traumatische Erlebnisse am Lebensende eines Menschen zurückkehren und dann falsch interpretiert werden, etwa als Demenz.

Wie erkennt man, ob Traumata zurückkehren, und wie kann ein humaner Umgang damit aussehen? Das waren zentrale Fragen bei einem Tagesseminar mit Dr. Hartmut Jatzko. Der Referent ist Arzt für Innere Medizin, Psychiatrie und Psychosomatische Medizin. 1938 geboren, in Görlitz aufgewachsen, aus der DDR geflohen – er ist in vielerlei Hinsicht ein Zeitzeuge. Gemeinsam mit seiner Frau Sybille Jatzko setzt sich seit mehr als 30 Jahren intensiv mit Traumatherapie auseinander.

Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß Jatzko, dass es unterschiedliche Symptome gibt für eine Traumatisierung – meist verbunden mit einer Reizüberflutung, die die Betroffenen in der jeweiligen Situation überfällt und Gefühle und Bewusstsein blockieren. „Oft noch Jahre später können die Erinnerungsspuren der Sinne und Gefühle ins Bewusstsein gelangen.“ Dabei genügen einfache Reize wie Töne, Gerüche oder Worte, um vegetative Störungen auszulösen.

Angehörige oder Pflegende nehmen schwer zu deutende Gefühle und Haltungen wahr, etwa Aggressivität, Unterwürfigkeit oder Angst. Sehr einfühlsam und mit vielen Beispielen erläuterte Jatzko den zwölf Teilnehmenden, welche Hilfen die Betroffenen in diesen Momenten brauchen.

Sybille und Hartmut Jatzko leiten eine Traumagruppe in Kaiserslautern. Die geleitete Selbsthilfegruppe richtet sich an akut Betroffene und bietet auch längere Begleitung. Die geleitete Selbsthilfegruppe begleitet traumatisierte Menschen unmittelbar nach einem außergewöhnlichen Ereignis wie: Autounfälle, Überfälle, Geiselnahmen, Attentate, Bahnunfälle, Explosionen; ebenso für betroffene Helfer aus allen Risiko-Berufsgruppen.

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    Unsere Reihe "Frauen und Gesundheit" läuft wieder. Der nächste Vortrag findet am Montag, 28. September 2022 statt. Es geht es um Frauengesundheit in Krisenzeiten und das Phänomen Mental Load. >>mehr erfahren
    Ein neuer Kurs „Ethikberater*in im Gesundheitswesen“, zertifiziert durch die Bezirksärztekammer der Pfalz, startet am 13.10.2022. Es sind keine Plätze mehr frei, aber wir nehmen Sie gerne auf unsere Warteliste! Weitere Informationen finden Sie hier.
    Mit der Akademie für Frauen haben wir eine neue Säule in unserem Bildungsangebot. Sie leistet einen Beitrag, um Geschlechtergerechtigkeit im Alltag, im Beruf und in der Gesellschaft zu fördern und zu fordern.   >>mehr erfahren
    Bereits zum vierten Mal in Folge ist das Heinrich Pesch Hotel jetzt vom KodexGuide.de (Deutscher Fachverlag GmbH) als empfehlenswertes Seminarhotel für Veranstaltungen der Pharma- und Medizintechnikbranche ausgezeichnet worden. >>mehr erfahren
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