„Gesprächsbegleiter/in für die gesundheitliche Vorsorgeplanung § 132g“ – Erster Kurs beendet

Vorausplanung für das Lebensende

Mit zehn Teilnehmenden ist jetzt der erste Kurs „Gesprächsbegleiter/in für die gesundheitliche Vorsorgeplanung am Lebensende“ zu Ende gegangen. An insgesamt sechs Fortbildungstagen wurden sie für strukturierte Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern von stationären Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe ausgebildet.

Das Ziel dieser Gespräche besteht darin, dass die Bewohnerinnen und Bewohner rechtzeitig mit den Gesprächsbegleitern in den Austausch darüber kommen, welche Vorstellungen und Bedürfnisse sie mit Blick auf die Gesundheitsvorsorge in ihrer letzten Lebensphase haben. Neben den Themen, die klassischerweise für eine Patientenverfügung angesprochen werden, zählen dazu in besonderer Weise z.B. auch die religiösen und spirituellen Bedürfnisse am Lebensende.

Hospiz- und Palliativgesetz als Grundlage

Grundlage der Ausbildung ist das Hospiz- und Palliativgesetz, das durch den §132g, Abs.3, SGB V die Möglichkeit einer gesundheitlichen Versorgungsplanung für das Lebensende und damit einhergehend auch oft für den Fall der eigenen Einwilligungsunfähigkeit bietet. Damit die Gesprächsbegleiter in den Einrichtungen die Gespräche führen können, benötigen sie vielfältige personale und fachliche Kompetenzen, die im nun zu Ende gegangenen Kurs weiter entwickelt wurden.

Eine gelingende Gesprächsführung setzt unter anderem voraus, dass die Begleiter/Innen sich über ihre eigene Rolle sowie über ihre persönliche Einstellung zu „Tod und Sterben“ bewusst werden, um Menschen so begleiten und beraten zu können, dass sie nicht ihre eignen Einstellungen übertragen und somit Einfluss auf die Entscheidungen der Bewohnerinnen und Bewohner nehmen. Hinzu kommt, dass sie sich belastbares Wissen in den zentralen rechtlichen, (palliativ-)medizinischen, pflegerischen, psychosozialen, spirituellen und ethischen Fragen aneignen.

„Es hat sich allerdings gezeigt, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen, z.B. mit Blick auf eine Anordnung für den Notfall oder die Dokumentation noch nicht einheitlich geregelt sind“, sagt Dr. Jonas Pavelka, Leiter des ZEFOG im Heinrich Pesch Haus, das die Ausbildung konzipiert und angeboten hat.

Die Teilnehmenden erhielten Informationen über (palliativ-)medizinische und pflegerische Krankheitsbilder, damit sie wiederum die Betroffenen gut informieren sowie Orientierung bieten können. „Das ist ein schmaler Grat zwischen Aufklärung und Überlastung“, weiß Pavelka. Als Beispiele nennt er die Auseinandersetzung mit künstlicher Ernährung, diverse intensivmedizinische Maßnahmen oder die Behandlung nach einem Schlaganfall: „Zu viel Wissen kann manch einen auch verunsichern und ängstigen, zu wenig steht einer guten Entscheidungsfindung entgegen.“

„Der Kurs hat überdies auch deutlich gemacht, dass es nicht nur um Qualifizierung geht, sondern dass in den Einrichtungen auch strukturelle Aspekte geklärt werden müssen“, so Pavelka weiter. Deshalb ist es wichtig, sich auch mit der internen und externen Vernetzung, d.h. der Implementierung des Angebots in der Einrichtung und der Bekanntmachung bei den Leistungserbringern auseinanderzusetzen und zu informieren.

Vertrauensvolle Beziehungen

„Besonders wichtig ist die Förderung der hospizlich-palliativen Haltung“, betont der Theologe. Deshalb wurde das Angebot auch in Zusammenarbeit mit dem Rheinland-Pfälzischen Hospiz- und PalliativVerband entwickelt. Grundlegend für diese Haltung ist unter anderem der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen den beiden Gesprächsbeteiligten. Ethische Aspekte spielen dabei ebenso eine große Rolle wie die psychosozialen Elemente der Begleitung und die Auseinandersetzung mit der eigenen Spiritualität.

„Wir freuen uns, dass wir bereits im September mit dem zweiten Kurs starten können“, sagt Dr. Jonas Pavelka. Der Abschluss des ersten Weiterbildungsabschnittes berechtigt die Absolventen nun bereits für ein Jahr zur Abrechnung mit den Krankenkassen, wirbt er für die Teilnahme. Weiter Informationen finden Sie hier.

  • Aktuelles

    In der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen sind Mediziner und Pflegekräfte mit schlimmen Schicksalen konfrontiert. Bei einem Seminartag am Freitag, 09.11.2018, mit Dipl. Psych. Jan Gramm vom Institut für Palliativpsychologie geht es um diesen Spagat:  „Zwischen Mitgefühl und Abgrenzung – vom Umgang mit großem Leid in Medizin und Pflege“.
    Eine dreiteilige Vortragsreihe im Oktober und November ist mit dem Titel  Gesundheitliche Vorsorgeplanung am Lebensende überschrieben. An den drei Abenden werden die Themen Vorsorgevollmacht (01.10.2018) , Patientenverfügung (15.10.2018) sowie Rechtliche Betreuung und Betreuungsverfügung (15.11.2018)  behandelt.
    Hintergründe und Berichte über unsere Fortbildungen und Veranstaltungen lesen Sie auf der Seite „Einblicke“.  
     
  • Die Ludwigshafener Ethische Rundschau

    Ludwigshafener-Ethische-Rundschau Wir bringen kluge Köpfe zusammen – und Thesen und Themen auf den Punkt. Die Ludwigshafener Ethische Rundschau hält Sie bei ethischen Fragestellungen im Gesundheitssektor auf dem Laufenden. Die zweite Ausgabe zum Schwerpunkt: "Ökonomisierung in der Pflege" für 2018 ist jetzt erschienen.  Hier erfahren Sie mehr.  
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