Projekt Hospizkultur in Einrichtungen des Caritasverbands Speyer

„Was braucht eigentlich meine Seele?“

Seit einem guten Jahr ist der Caritasverband für die Diözese Speyer mit seinen Mitarbeiten-den der CBS-Einrichtungen dabei, die Hospizkultur in den Einrichtungen weiter zu entwickeln und nachhaltig zu implementieren.  Fünf Einrichtungen hatten sich nach einem Fachtag im Mai 2017 bereit erklärt, als Piloteinrichtungen für das Projekt zu fungieren.

Eine erste Evaluation, die auf der Grundlage von insgesamt 14 der 20 Indikatoren der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz durchgeführt wurde, hatte ergeben, dass es auch jetzt schon sehr viel Gutes in den CBS-Einrichtungen gibt, gerade wenn es um Sterbebegleitung geht.

Dies zu würdigen und weiterzuentwickeln ist eines der wichtigsten Anliegen des Projekts. So soll durch verschiedene Fortbildungen die palliative Kompetenz der Mitarbeitenden gefördert, ggf. aufgefrischt werden. Notwendige Strukturen, Prozesse und Kooperation vor Ort sind zu reflektieren und anzupassen.
Die ersten Fortbildungen für Mitarbeitende der Piloteinrichtungen finden ab April 2018 im Heinrich Pesch Haus statt. Die Fortbildungsinhalte, die gemeinsam in einer Steuerungsgruppe entwickelt wurden, nehmen nicht nur Bezug auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch auf die der Mitarbeitenden.

Begleitung kostet viel Kraft und Energie

„Was braucht eigentlich meine Seele?“, so lautet folgerichtig der Titel eines Seminars. Es greift die Tatsache auf, dass die Begleitung (schwer-)kranker und sterbender Menschen und ihrer An- und Zugehörigen sehr oft viel Kraft und Energie kostet. Im Seminar können sich die Teilnehmenden unter der Leitung eines erfahrenen Referenten in vertrauensvoller Atmosphäre über ihre Fragen und Bedürfnisse austauschen und Kraft zur Bewältigung des Arbeitsalltags schöpfen.

In einem weiteren dreitägigen Seminar, der sogenannten „Basisschulung“ haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich mit existenziellen Grenzerfahrungen auseinanderzusetzen und sich über persönliche Einstellungen zu Glauben, Spiritualität und den Fragen um Leben, Sterben und Tod auszutauschen. Darüber hinaus werden zentrale Elemente von Palliative Care vorgestellt, um sterbende Menschen so gut wie möglich begleiten zu können. Die Trauerarbeit nach einer Sterbebegleitung ist Thema des dritten Fortbildungstages – eine Führung über den Mannheimer Hauptfriedhof bildet den Abschluss.

Bedeutung von Kommunikation

Die Ergebnisse der o.g. Evaluation zeigten auch, dass die Kommunikation im Rahmen einer Sterbebegleitung bzw. während Sterbeprozessen durchaus herausfordernd sein kann. Ein Seminar unter Leitung der Psychologin und Kommunikationstrainerin Sonja Hofmann greift diese Problematik auf: Grundlegende Regeln einer gelungenen Kommunikation werden vor-gestellt und hilfreiche Formulierungen werden eingeübt, um eine insgesamt positive Gesprächsatmosphäre zu schaffen.

Zusätzlich zu den Fortbildungen erarbeiten einrichtungsübergreifende Arbeitsgruppen, wie „Wünsche am Lebensende“ in einem kontinuierlichen Gesprächsprozess erfragt und dokumentiert werden und bestehende Leitlinien überarbeitet werden können.

Den Leitungskräften der Piloteinrichtungen ist bewusst, wie wichtig es ist, alle Kolleginnen und Kollegen in diesem Projekt mitzunehmen. Letztendlich geht es auch hier, wie in so vielen anderen Kontexten, um eine Haltungsentwicklung der Einzelnen, die dann in der Summe zu einer nachhaltigen Organisationsentwicklung führt.

Bild: Afred Herrmann / Bonifatiuswerk in: Pfarrbriefservice.de

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